Erfolgsmodell Ost-West - Kooperation mit Russland

Internationale FuE-Kooperationen können durch wechselseitigen Vorteil den Forschungs- und Technologiestandort Deutschland stärken. Sie unterstützen intensivere Wirtschaftsbeziehungen deutscher Unternehmen auf Zukunftsmärkten, die Positionierung von für Deutschland wichtigen Themen im europäischen und internationalen Kontext sowie die Förderung deutscher Hochtechnologien. Kurz: die internationale Zusammenarbeit sichert die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Im Rahmen des Förderprogramms „Optische Technologien“ finden erfolgreich internationale FuE-Kooperationen mit Partnern wie Russland, China, Israel und auf EU-Ebene statt. Auf die Möglichkeit der Förderung internationaler Zusammenarbeit wird in Bekanntmachungen ausdrücklich hingewiesen.

Die mehr als zehnjährige deutsch-russische Kooperation in der Lasertechnik erreichte mit dem neuen Erprobungs- und Beratungszentrum in Moskau einen Höhepunkt.

Gemeinsam mit ihrem russischen Amtskollegen Andrej Fursenko eröffnete die damalige Bundesforschungsministerin Bulmahn am 12. September 2005 in Moskau das russisch-deutsche Erprobungs- und Beratungszentrum für Lasertechnik. Dort werden russische Fachkräfte an deutscher Lasertechnik ausgebildet.

Seit im Jahr 1992 zwischen Deutschland und Russland die so genannte "Fachvereinbarung Lasertechnik" geschlossen wurde, hat sich eine intensive Zusammenarbeit zu beiderseitigem Nutzen entwickelt. Insgesamt wurden bis heute rund 150 Forschungsprojekte gefördert mit einer Fördersumme von über 10 Mio. € von deutscher Seite. 150 russische Fachkräfte wurden seitdem in deutschen Unternehmen an Lasern ausgebildet. 100 russische und 50 deutsche Unternehmen haben sich in der Zusammenarbeit engagiert.

Die über Jahre gewachsene Zusammenarbeit entwickelte sich zu einer noch festeren Partnerschaft: Im Jahr 2004 entstand die Idee eines deutsch-russischen Erprobungs- und Beratungszentrums, das am 12.9.2005 eingeweiht wurde. In dem Zentrum können russische Fachkräfte an modernster Technik vom Weltmarktführer Deutschland den Umgang mit Lasertechnik lernen. Das Zentrum bietet Aus- und Weiterbildungskurse an, qualifiziert russische Fachkräfte, berät mittelständische Unternehmen zur Lasertechnik und vermittelt Praktika in deutschen Unternehmen. Russische Unternehmen erhalten so Zugang zur Lasertechnik und deutsche Unternehmen einen Zugang zum russischen Markt.

Das Zentrum wird mit rund 1,16 Mio. € durch das BMBF gefördert, 0,54 Mio. € trägt die russische Seite bei und weitere rund 0,4 Mio. € die deutsche Laser- und Maschinenbauindustrie.


Gelungener Auftakt deutsch-russischer Forschungsbeziehungen: Laser Demonstration Center in St. Petersburg eröffnet

Symbolische Schlüsselübergabe auf der Eröffnungsveranstaltung für die zukünftige Zusammenarbeit an Prof. Karl-Dieter Grueske, Rektor der Friedrich-Alexander-Universität (2. v. links) und Prof. Mikhail Fedorov, Rektor der Polytechnischen Staatsuniversität St. Petersburg (2. v. rechts) Foto: VDI Technologiezentrum

In St. Petersburg wurde im August 2009 das 3. von insgesamt fünf gemeinsamen, deutsch-russischen Laserzentren im Rahmen einer gelungenen Veranstaltung mit geladenen Fachgästen aus Deutschland und Russland eröffnet. Beide Länder haben in das Public Private Partnership-Projekt mehr als 6 Mio. Euro investiert (das Bundesministerium für Bildung und Forschung investierte davon 2 Mio. Euro).

Ziel des neuen, hochmodern ausgestatteten Laserzentrums der Polytechnischen Staatsuniversität ist die Erforschung effektiver Lasertechnologien für den Einsatz in verschiedensten Industriesektoren. Das neue Zentrum soll für die Aus- und Weiterbildung, aber auch für die Beratung von KMU (kleine und mittlere Unternehmen) der Nordwest-Region Rußlands genutzt werden. Die Eröffnung stieß bei den Unternehmen der Region und den Medien auf große Resonanz.

Im weiteren Tagesverlauf schlossen Professor Mikhail Fedorov, Rektor der Polytechnischen Staatsuniversität St. Petersburg und Professor Karl-Dieter Grueske, Rektor der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg eine Vereinbarung über die weitere Zusammenarbeit. Einer der Wissenschaftsschwerpunkte an der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität ist der Masterstudiengang „Advanced Optical Technologies“. Im Zuge der Vereinbarung wollen sich die beiden Universitäten in diesem zukunftsträchtigen Bereich austauschen und unterstützen. Dies beinhaltet u.a.:

  • Studentenaustausche
  • Zusammenarbeit bei Forschungsprojekten
  • Beteiligung von Professoren, Ingenieuren und Studenten an Konferenzen, Workshops, Lehrgängen und Schulungen, die an beiden Universitäten stattfinden
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